WOLLE TRIFFT WORT

MASCHE FÜR MASCHE ICH

WORT FÜR WORT ICH

POESIE IST DIE KUNST, DIE UNGESAGTEN DINGE ZU SAGEN

WENN ZEHEN SPRECHEN KÖNNTEN
WENN ZEHEN SPRECHEN KÖNNTEN

AUSZUG AUS "ICH WEISS ES NICHT" (2026)

"Und dann brach alles über mir zusammen. Ich schluchzte. Ich zitterte. Ich fluchte. Ich weinte um das Leben, das ich zu verlieren glaubte. Um die Zukunft, die plötzlich anders aussah. Um die Angst, die ich monatelang mit mir herumgetragen hatte. Alles kam auf einmal. Ungefiltert, brutal ehrlich. Zehn Minuten lang. Nur zehn Minuten. Dann war es vorbei. Nicht die Krankheit, nicht die Angst, nicht die Unsicherheit. Aber dieser Moment.

Ich trocknete meine Tränen, atmete tief durch und stand wieder auf. Bis heute kann ich nicht erklären, warum. Vielleicht hatte ich keine Wahl. Vielleicht war die Kraft schon die ganze Zeit in mir.

Vielleicht wusste ich einfach, dass mein Mann bald nach Hause kommen würde und dass ich ihm nicht als gebrochener Mensch begegnen wollte.

Ich weiss nur eines: Nach diesen zehn Minuten war ich nicht mehr dieselbe. Und zum ersten Mal seit Monaten war mir etwas klar. Wenn Parkinson mein neuer Begleiter werden würde, dann musste ich lernen, ihm in die Augen zu schauen."

DARF ICH VORSTELLEN...
DARF ICH VORSTELLEN...

MANON - DIE HEUSCHRECKE UND DAS GARN (2025)

Wenn alles schweigt, die Schatten sinken, die Welt sich weiter vorwärts dreht, sitz ich in nächtlichen Gedanken, der Faden läuft, der Tag sich legt. Mein Häkeln flüstert durch die Stille, Masche für Masche, ganz allein, doch bald schon landet auf der Wolle, ein kleines Wesen grün und fein. Sie kommt, ganz leise, setzt sich hin, kein Ziel, kein Grund nur: «Hier bin ich» und ich, ich lächle ohne Worte denn irgend etwas spüre ich. So ist die Nacht im stillen Garten mit Fadenkunst und Flügelschlag, zwei Seelen die sich kurz berühren die Nacht sie geht und wird zum Tag.